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Aktuelles

14.12.2008: "Begegnung durch Musik"
Das Wohnheim "Sankt Marien" in Sitzenroda ist ein Ort des Wohnens und Lebens für 118 behinderte Menschen, die auf die Hilfe und Unterstützung zahlreicher professioneller und ehrenamtlicher Helfer angewiesen sind. Begegnung findet täglich in unserer Einrichtung statt. Verschiedenste Menschen treffen in den Wohngruppen, im Förder- und Therapiebereich und bei zahlreichen Veranstaltungen zusammen. Begegnung zu Menschen außerhalb der Einrichtung jedoch sind selten, denn oft versperren Vorurteile und Ängste den Weg zueinander. Mit dem Ziel, diese zu überwinden und eine gleichberechtigte und ehrliche Begegnung zu ermöglichen, wurde das Projekt "Begegnung durch Musik" gestartet.

Nach einer längeren Planungs- und Vorbereitungsphase wurde vom 16. bis 20.Juni 2008 in der Kulturbastion Torgau eine Projektwoche mit insgesamt 45 Teilnehmern durchgeführt. Dazu gehörten 18 Bewohner des Wohnheims "Sankt Marien" und 20 Schüler der berufsbildenden Heimerer-Schule in Torgau. Zudem nahmen zwei Musiktherapeuten und mehrere Mitarbeiter des Wohnheims an dem Projekt teil.

Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln von "Aktion Mensch" und Eigenmitteln des Trägers Christliches Sozialwerk gGmbH.

Der Titel "Begegnung durch Musik" war gleichzeitig das Projektziel. Menschen sollten sich durch Musik begegnen. Nicht die Musik stand im Mittelpunkt, sondern die Begegnung. Die Musik war dabei die gemeinsame Sprache, die vermitteln und Grenzen überwinden sollte.

Im Rahmen des Projektes wurden eine Woche lang in der Kulturbastion drei Workshops durchgeführt:
Freier Tanz
Rhythmik
Malen nach Musik

Alle Teilnehmer konnten sich nach ihren Interessen für einen Workshop entscheiden. Einige probierten erst mehrere Workshops aus, bis sie für sich den geeigneten gefunden hatten. Bereits nach kurzer Zeit konnten schon erste Kontakte beobachtet werden. Behinderte und nichtbehinderte Teilnehmer gingen schrittweise aufeinander zu und fanden eine gemeinsame Beziehung. In den Workshops gab es überwiegend Partner- oder Gruppenübungen. Es wurde gemeinsam getanzt, getrommelt und gemalt. Die wichtigsten Begegnungen fanden jedoch oft am Rande der Workshops statt. In den Pausen, beim gemeinsamen Essen oder beim Fußballspielen wurden Kontakte geknüpft und Beziehungen eingegangen.

Zum Ende der Projektwoche konnte ein unerwartet positives Fazit gezogen werden. Alle Teilnehmer äußerten sich zufrieden über den Verlauf der Projektwochen und wünschten sich eine Fortsetzung. Am wichtigsten war jedoch, dass das erreicht wurde, was Ausgangspunkt des Projektes war: Unterschiedliche Menschen, Behinderte und Nichtbehinderte, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich sonst möglicherweise nie getroffen hätten zusammen zubringen. Das Ziel "Begegnung durch Musik" wurde mit dieser Projektwoche noch übertroffen, denn aus Begegnungen" wurden "Beziehungen".

Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss der Projektwoche war eine Demonstration der Workshopergebnisse zum Sommerfest des Wohnheims "Sankt Marein". Vor zahlreichen Besuchern und Gästen zeigten die Trommler und Tänzer ihr gemeinsam geprobtes Programm, was mit viel Applaus gewürdigt wurde. Kunstwerke des Workshops "Malen durch Musik" wurden dem Publikum präsentiert und befinden sich jetzt in einer Dauerausstellung in unserer Einrichtung.

Auf Grund der guten Resonanz und Erfolge des Projekts ist eine Fortsetzung im Februar 2009 geplant.



Knut Wenselau
 
Redakteur: Michael Süßmilch
 
 
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