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Aktuelles

27.04.2012: Wirtschaftlicher Druck nimmt zu
Das Wirtschaftsjahr 2011 war gekennzeichnet von einer anhaltend guten Auftragslage mit einem weiteren Anstieg erbrachter Leistungen in allen Geschäftsbereichen, gleichzeitig aber auch von einem dramatischen Einbruch bei der bisher kontinuierlich guten wirtschaftlichen Entwicklung des Christlichen Sozialwerks. Erstmalig seit Bestehen des Unternehmens wurde das Wirtschaftsjahr mit einem Verlust abgeschlossen. Ursächlich hierfür waren die aufgrund der tariflichen Entwicklung um fast 1,6 Mio. Euro gestiegenen Personalkosten (+ 6,70 %), für die keine Refinanzierung über die Leistungsentgelte verhandelbar war. Der überörtliche Träger der Eingliederungshilfe hat unseren für sämtliche Einrichtungen und Dienste vorgelegten Anträgen auf neue Entgeltvereinbarungen, insbesondere hinsichtlich der Anerkennung unserer tariflich begündeten Personalkosten, nicht entsprochen, sodass wir zwischenzeitlich zahlreiche Schiedsstellenverfahren einleiten mussten. Ergebnisse dieser Verfahren liegen derzeit noch nicht vor. Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung in anderen Bundesländern gehen wir aber davon aus, dass nachgewiesene Personalkosten, die sich aus der Anwendung der Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes (AVR) ergeben, bei der Bemessung der Leistungsentgelte grundsätzlich als wirtschaftlich anzuerkennen und deshalb zu refinanzieren sind. Wir werden diese Rechtsauffassung daher nötigenfalls auch im Freistaat Sachsen auf dem Klagewege geltend machen. Zur Abdeckung von Prozesskostenrisiken haben wir entsprechende Rückstellungen gebildet.

Bis zu einer abschließenden rechtlichen Klärung müssen wir trotz weiter steigender Personalkosten von stagnierenden Leistungsentgelten ausgehen, wodurch es zu einer spürbaren Unterfinanzierung sämtlicher Einrichtungen und Dienste der Eingliederungshilfe kommen wird. Unter diesen Bedingungen werden sich keine positiven Jahresergebnisse erzielen lassen. Wir werden die derzeit noch vorhandene Liquidität des Unternehmens in der Folgezeit in erheblichem Umfange in Anspruch nehmen müssen.

Trotz der sehr angespannten wirtschaftlichen Situation konnten wir unsere wichtigsten fachlichen und strategischen Ziele im Jahr 2011 verwirklichen, allerdings konnten wir Angebote des ambulant betreuten Wohnens sowie der Betreuung in Außenwohngruppen nicht ausbauen, da über die Finanzierung dieser Angebote keine Einigkeit mit dem Kostenträger herbeigeführt werden konnte. Strittig blieb unverändert auch die Personalbemessung für die interne Tagesstruktur in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe.
 
Redakteur: Peter Leuwer
 
 
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