TRAUM-PARTNER

Fragen zur Partnerschaftssuche

TRAUM-PARTNER in Naundorf, St. Ursula

Wer bin ich und wer bist du, schließ mir nicht die Augen zu.

Alle Liebe geht zur Ruh‘, was ich denk und was ich tu,

ich bin ich und du bist du! Ich bin ich und du bist du!

 

Du bist du und ich bin ich, jeder sucht im andern sich.

Dich zu lieben brauchst du mich, mich zu lieben brauch ich dich.

Ich bin du und du bist ich! Ich bin du und du bist ich!

 

Du und ich sind immer wir, ob du dort bist oder hier.

Was mir nötig ist und dir, geb‘ ich her und hol ich mir.

Du und ich sind immer wir! Du und ich sind immer wir!

[Gisela Steineckert, vertont von Kurt Demmler]

 

Welche Vorstellungen habe ich von einer Partnerschaft? Was erwarte ich vom Freund/Partner bzw. Freundin/Partnerin? Welche positiven Seiten/Eigenschaften sollte er/sie haben? Wie sollte er/sie nicht sein? Was würde mir nicht gefallen? Solche und ähnliche Fragen bewegen alte und junge, behinderte und nicht-behinderte Menschen gleichermaßen ein Leben lang.

Eine Gruppe von Frauen und Männern aus verschiedenen Betreuungsangeboten des Christlichen Sozialwerks haben sich diesen Themen am letzten Wochenende im August in Naundorf gestellt. Welcher Mensch sehnt sich nicht nach Liebe und partnerschaftlicher Gemeinschaft? Sind meine Wünsche, meine Erwartungen, meine Vorstellungen aber auch realistisch? Was kann ich selbst machen, welche Schritte gehen, dass meine Träume wahr werden und Kontakte zustande kommen?

Beim Kennenlernen am Freitagabend und am Samstagvormittag wurden zuerst Erfahrungen ausgetauscht, die jeder schon bei seiner Partnersuche gemacht hat, und Erwartungen an das Wochenende zusammengetragen. Da Männer und Frauen in Gruppen zeitweise auch unter sich waren, sind sehr offene Gespräche geführt worden. Die Gesprächsergebnisse wurden abschließend als Botschaften auf großen Blättern zusammengefasst, im Plenum gegenseitig präsentiert und relevante Aspekte der Partnerschaftssuche hervorgehoben.

So wie uns die Lage von Naundorf hoch über der Elbe zuerst zum Nachdenken beflügelte, so hat uns die Nähe der Berge am Nachmittag zum Wandern bewegt. Der Weg vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall ist zwar nicht lang aber recht steil. Daher war es nicht allein die Sonne, die uns zum Schwitzen brachte. Mit gegenseitiger Unterstützung und Motivation jedoch erreichten wir vereint unser Ziel. Nach Kühen wurde nicht lange gesucht, gefragt waren eher Getränke, Kuchen und Knacker to go.

Ob beim Wandern, abends am Lagerfeuer oder in den gemütlichen Ferienhäuschen, immer gab es auch die Möglichkeit vertrauliche Gespräche zu führen oder neue Bekanntschaften zu knüpfen. Am Sonntagvormittag wurden die Gedanken, Empfindungen und künftigen Erwartungen zusammengetragen und das Wochenende bewertet. Erstaunlich, was in so kurzer Zeit alles zur Sprache kam – zum Vertiefen, fehlte dann leider die Zeit. Das Wichtigste war wohl zu hören, dass man mit seiner einsamen Suche, seinen positiven und negativen Erfahrungen nicht allein unterwegs ist, sondern den Anderen es ähnlich geht. Wenn wir auch sehr verschieden sind - unsere Sehnsüchte und Wünsche gleichen sich vielfach.

Alle Teilnehmer waren dankbar, dass dieses Wochenende in Zeiten von Covid-19 nach wiederholten Terminverschiebungen schließlich doch stattfinden konnte. Für die meisten war es 2020 der einzige Urlaub - auch aus diesem Grund wären viele gern noch länger in Naundorf geblieben.

Veronika Barth / Mitarbeiterin ABW und Thadäus Schiemann / Psychologe

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